• Sebastian Judis

Gutes Wetter, Technik klar und los

Aktualisiert: Mai 16

Wie entstehen eigentlich Fototouren von Foto Jut Is?


Eine berechtigte Frage, würde ich sagen. Hier das Beispiel vom 10.05.2020

In der Regel darf man sich die Anfänge so bzw. so ähnlich vorstellen.


"Hey was machen wir denn morgen eigentlich?"

"Wir können zocken, Angeln gehen, 'ne Fototour machen, an den Websites basteln, Schwertkampftraining absolvieren oder mit Frigga spazieren gehen?!"

"Ahjou! Dann lass mal angeln gehen!"

"Ok, dir ist bewusst, dass wir um 4:00 Uhr aufstehen werden?"

"Dann will ich den Sonnenaufgang noch fotografieren!"

"Also Angel- und Fototour?"

"Angel- und Fototour!"

"Wohin?"

Google-Maps aufmachen, Gewässerkarten checken, Ort festlegen und auf gut Glück hoffen, dass man mit dem Auto da ran kommt

"Ist das Equipment vorbereitet?"

"Mach du mal!"

"Ok!"


Also wird am Abend noch alles fertig gemacht und zusammengepfercht. Angeln vorbereitet, Akkus geladen, Rucksäcke gepackt, Drohne gecheckt usw.


Am nächsten Morgen:

4:00 Uhr - Der Wecker klingelt. Der Wecker geht erneut um 4:05 Uhr und nochmals um 4:10 Uhr. Der schlafende Geist ist halbwillig und das Fleisch noch schwächer. Ein starker Stups zur Seite: "Ey wir müssen aufstehen!" Zwei Möglichkeiten: Ein tiefes Brummen, ähnlich einem Bären im Winterschlaf ertönt und lässt mich zu Eis erstarren oder mein Körper wird schlangenartig umwunden und ich kann mich nicht mehr rühren.

Augenblicke später bin ich auch schon wieder im Land der Träume.


7:00 Uhr - Die Augen öffnen sich erneut. Diesmal ist der Geist deutlich williger und auch der eigene Kadaver im Stande sich zu rühren. Erneut der Stups zur Seite begleitet mit den Worten: "Es ist uns schon wieder passiert!"

Beide schrecken hoch und die Crew von "The Walking Sleep" bewegt sich herdenartig zum Kaffee-Vollautomaten, begleitet von der griesgrämigen Katze.


7:10 Uhr - Kaffee steht vor den Nasen. "Wir sollten los, um noch ein bisschen was von der aufgehenden Sonne mitzubekommen."

"Sonnenaufgang können wir wohl vergessen!" Leichte Spannungen am Küchentisch lassen sich erst durch die Dusseligkeit der Katze und mit weiterer Kaffee-Zufuhr in Zaum halten. Also beginnen wir langsam die letzten Vorbereitungen - Passende Klamotten, Zähne putzen und Haare bürsten.

Schuhe an und los.


7:50 Uhr - Schuhdiskussion beendet. Jeder hat welche an - Muss reichen. Fotorucksäcke bleiben zurück.

Wir steigen ins Auto und fahren los. Wie so oft sind wir erstaunt, wie leer Berlin Sonntag morgens um 8:00 Uhr wirken kann. Bis auf die rund 15 Leute mit Bierpullen in der Hand, weitere 10 Leute die mit ihren Hunden Gassi gehen oder einer Vielzahl von Leuten, die die Bäcker stürmen, ist niemand zu sehen.

Google-Maps versucht uns kurzer Hand eine Straße einzureden, die es nicht gibt, wir folgen dem Straßenverlauf. Die liebliche Stimme sagt "Recht abbiegen!". Diesmal sehe auch ich eine Straße und folge der lieblichen Stimme ohne Diskussion.


8:15 Uhr - Kein Zugang für motorisierte Fahrzeuge!

Es ist ein kleiner Toyota Corolla - Ist da ein Motor verbaut? Ich nehme an ja. Also Auto abgestellt und auf zur Karte am Wegesrand. Der rote Punkt markiert den aktuellen Standort. "Roter Punkt, roter Punkt, roter Punkt....." 8:25 Uhr - "Da ist kein roter Punkt!"

Auf gut Glück weiterlaufen.


"Uh schau mal was da ist!"


Blindschleiche auf Schotterweg


8:30 Uhr - "Ich glaube da ist Wasser!"

Sich ein wenig an Norwegen erinnert fühlend, stehen wir am Ufer vom Fluss mit der Erkenntnis die Angeln nicht schwingen zu können. Das Ufer überaus flach entscheiden wir uns weiter zu gehen. Durch das Unterholz, folgen wir dem Ufer weiter und weiter und immer weiter.


9:30 Uhr - "Scheiße ist das kalt!"

Nach gefühlter Ewigkeit finden wir einen Strand. Das Ufer noch immer Flach, aber endlich kein Schilf und keine Bäume, die gefühlt immer um einen herumgreifen, sodass man die Angeln nicht auswerfen könnte. Einziger Haken an der Sache - Schuhe aus und rein ins Wasser!

Gesagt getan entfuhr es uns beiden "Ach du scheiße ist das kalt!"


Immer wieder werfen wir aus und holen unsere Köder wieder ein.

Viele Petri Hails und Petri Danks später die Erkenntnis - "Das wird hier nichts!"


10:40 Uhr - Hunger macht sich langsam bemerkbar

Die Fotorucksäcke bewusst Daheim gelassen, erfolgloses Angeln, kalte Füße und doch schreibe ich hier über eine Fototour? Ja ich nahm die Drohne mit. Diese kam nun aber auch noch nicht wirklich zum Einsatz.

Diesen Angelspot aufgeben wollend stellt sich nun also die Frage: "Weiter oder zurück?!"

Wir wollten angeln. Wir haben gerade mal knapp eine Stunde versucht etwas zu fangen. Also entschlossen wir dem Ufer weiter zu folgen. Elendig viele Kilometer ging es weiter, wie zuvor. Keine geeigneten Stellen zum Angeln auswerfen gefunden.


So langsam macht sich Unmut breit. So etwa stelle ich mir den Ablauf von Meutereien vor. Der Hunger kriecht in die Köpfe der Matrosen und schon kommen Gedanken an den Sturz des Kapitäns. Ich sah es in Lindas Augen. Die Messer wurden gewetzt!


11:30 Uhr - So langsam verstehe ich den Unmut

Bei mir dauert es in der Regel um einiges länger, bis sich der Hunger bemerkbar macht. Dafür ist der Prozess mindestens drei mal schneller und doppelt intensiver, als bei Linda. Meist initiiert sie diesen Prozess durch Erwähnung ihres eigenen Hungers.

Nichts desto trotz fanden wir nun endlich einen neuen Ort zum Auswerfen unserer Ruten. Ein wundervoller Baumstamm und eine kleine Uferlichtung. Leider auch eine Verkehrsschneise für eine Vielzahl von Booten.


Nachdem ich es vorerst aufgab mit der Angel etwas einzufangen, beschloss ich mit der Drohne etwas brauchbares einzufangen.

Zunächst filmte ich Linda beim Angeln, bis auch sie das Angeln aufgab. Sie setzte sich ans Ufer und genoss das gute Wetter.

Hier konnte ich dann diese beiden wundervollen Aufnahmen machen:


1.

Linda am Seddiner See

2.

Gemeinsam am Seddiner See

Nun bin ich gespannt, wie wohl die Video-Aufnahmen geworden sind.


Ich hoffe du auch.


Bis zum nächsten Blog *wink*

Dein alternativer Fotograf Foto Jut Is - Sebastian Judis

Nixenstraße 1 12459 Berlin

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