• Sebastian Judis

Aus Sch***e Gold machen

Ein Foto wird erst gut, wenn man es gut fotografiert?!

Ausgangsbild Kaneki Ken Cosplay Selfie

Es ist in Foto-Gruppen immer wieder heiß diskutiert. Einer der häufigsten Sätze überhaupt: "Hast nicht gescheit fotografiert, kannst auch mit Bearbeitung nichts reißen!" (sinngemäß)


Ich denke, dass dies differenziert zu betrachten ist!


Natürlich müssen gewisse Gegebenheiten herrschen. Ein total verwackeltes Bild zu entwackeln?! - Keine Chance! Bildrauschen Deluxe - Da hilft auch kein Denoise ab 'nem gewissen Grad. Perspektive verhauen? - Nya ein wenig kann man retten, aber alles geht nicht. Körperteile abgeschnitten? - Klar kann man irgendwas ranbasteln, sieht aber meist echt nicht gut aus und fällt direkt ins Auge. Ein traumhaft schönes Bokeh in scharfe Details verwandeln? - Natürlich! Wenn du Merlin heißt, könnte das klappen.


Worauf will ich hinaus?!

Es müssen gewisse Faktoren stimmen, um aus etwas nicht allzu spektakulärem etwas brauchbares und atemberaubendes zu zaubern.


Das Foto, welches du da oben siehst ist das Ausgangsmaterial.

Wie ist es entstanden?


Tokyo Ghoul Maske aufgesetzt, Perücke drüber gefummelt. Alles überaus blind, da ich meine Brille mit der Maske nicht tragen kann. Kamera in die Hand genommen, Bildschirm ausgeklappt, Liveview gestartet und blind, wie ein Maulwurf auf mich gehalten und zuvor noch versucht mit dem Daumen auf dem Touchscreen meiner 80D mein Auge zu treffen. *knipps*

Da war es - Das Rohmaterial.


Was als Test begann wurde nun also in Adobe Bridge geladen. Die eigentliche Fragestellung war: "Habe ich eine passende Perücke zur Tokyo Ghoul Maske?!" Ich wollte nichts daraus machen. Ich wollte nur gucken, ob ich künftig was machen könnte.


Dennoch reizte es mich, was ich aus diesem schrecklichen Schnappschuss machen könnte. Schärfe passt, Belichtung passt, nichts verwackelt, Perspektive könnte schlimmer sein - "Ach komm investierst du halt mal 10 Minuten."


Schritt 1:

Die RAW Entwicklung vorgenommen und das Bild schon mal etwas beschnitten, weil mir der Bildausschnitt absolut nicht gefiel:


Nach der RAW Entwicklung


Schritt 2:

Das Auge einfärben. Ghouls haben schwarze Augen mit einer roten Iris - Weiß doch jedes Kind. Nur wie? Ebenen im Modus Farbe bringen mit schwarz und weiß einfach mal gar nichts!

Also einmal im Mischmodus Luminanz das Augenweiß schwarz angemalt - Ergebnis nicht zufriedenstellend. Also noch eine Ebene anlegen. Wieder male ich das Augenweiß schwarz an - Diese Ebene hat den Mischmodus Ineinander kopieren - Beides zusammen kann sich sehen lassen.

Nun die Iris. Mit roter Farbe einfach darüber malen macht kein schönes Bild.

Weicher Pinsel, geringe Deckkraft, leuchtende rote Farbe und die Ebene im Mischmodus Farbe - WOW!!! Alle Strukturen und Reflektionen bleiben mir erhalten.


Nach dem Färben des Auges


Schritt 3:

Das sieht mir alles noch nicht krass genug aus. Ich will etwas Plastisches erschaffen. Dodge & Burn ftw. Also erstmal schön krass die Lichter und Tiefen verstärken indem ich die Mitteltöne malträtiere.


Nach Dodge & Burn


Schritt 4:

Ist mir noch immer nicht krass genug! Einmal die bisherige Arbeit auf einer neuen Ebene zusammengefasst. Diese in den Mischmodus Ineinander kopieren versetzt gibt es noch mal schöne harte Kontraste. Danach muss ich etwas die Helligkeit anpassen. Dann noch einmal Dodge & Burn um es auf die Spitze zu treiben. Danach noch eine Tonwertkorrektur und BAM "Das gefällt mir schon mal!"




Schritt 5:

Irgendetwas fehlt mir noch. Ahh die Haare haben noch nicht genug Tiefe und Bling Bling. Was folgt? Nochmal Dodge & Burn. Dieses mal jedoch nur die Haare und gaaaaaanz wenig nochmal im Gesicht und auf der Maske. Langsam wirkt das alles sehr surreal. Ich finde es geil. Ich will aber noch ein Bling Bling im Auge. Kurzerhand einen Blendenstern über die Filter-Galerie gebaut (Schwarze Ebene erzeugen, Filtergalerie, Kunststofffolie mit maximalem Glanz auf die schwarze Farbfläche anwenden, Mischmodus Negativ Multiplizieren aktivieren), Blendenstern transformiert bis er mir endlich gefällt und maskieren. Noch eine Vignette drum und "Ohh jaaaaa!"




Schritt 6:

Bild mittels Aktion nachschärfen. Dies hebt die Tiefen auch wieder leicht auf. Text drauf. Wer den Anime kennt, wird das mit den Zahlen definitiv sofort verstehen.

Ich hoffe ich konnte auch dich mit diesem Beitrag bei Bewusstsein halten.


Fertiges Werk

Und nochmal mit den Farben gespielt:

Mit Farbspiel



Du bist der absolute Otaku, Anime-Nerd, Tokyo Ghoul Fan und möchtest dieses Werk käuflich erwerben? Kein Thema:


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Beste Grüße und bis demnächst

dein Sebastian

(Foto Jut Is)

Dein alternativer Fotograf Foto Jut Is - Sebastian Judis

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©2020 Foto Jut Is - Sebastian Judis